Koschyk verurteilt Atomtest gegenüber nordkoreanischer Delegation
Im Rahmen einer Europareise hält sich derzeit eine Delegation der Obersten Volksversammlung der Demokratischen Volksrepublik Korea (Nordkorea) mit dem Vorsitzenden der Koreanisch-Deutschen Arbeitsgruppe, Herrn Ri Jong Hjok, in Deutschland auf. Die nordkoreanische Delegation hat in Brüssel einen offiziellen Besuch beim Europäischen Parlament absolviert und wird von Deutschland zu einem Besuch des Italienischen Parlamentes nach Rom weiterreisen. Anlässlich dieses Aufenthaltes fanden Gespräche mit der Deutsch-Koreanischen Parlamentariergruppe des Bundestages statt.
Der Vorsitzende der Parlamentariergruppe, Hartmut Koschyk MdB, hat gegenüber der nordkoreanischen Delegation den kürzlich erfolgten Atomwaffentest auf das Schärfste verurteilt. Dieser unverantwortliche Schritt habe die Spannungen in der Region erheblich verschärft und die Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft nachhaltig belastet. Die von Nordkorea zu verantwortende Eskalation sei ein Irrweg in die Selbstisolation.
v.l.n.r.: Kum Chol Jo (Sektionsleiter im Ständigen Komitee der Obersten Volksversammlung); Jong Hjok Ri (Delegationsleiter, Abgeordneter der Nationalversammlung); Hartmut Koschyk MdB (Vorsitzender der Deutsch-Koreanischen Parlarmentariergruppe); Gju Hong Pak (Abgeordneter der Obersten Volksversammlung); Kjong Hak Min (Sektionsleiter der Europa-Abteilung im Außenministerium der DVR Korea)
Der Delegationsleiter der nordkoreanischen Delegation, Ri Jong Hjok, war um einen Ton bemüht, der von den kriegerischen Äußerungen der heimischen Führung möglichst weit entfernt ist. „In den internationalen Beziehungen gibt es immer ein Auf und Ab“, erwiderte er lakonisch auf die klaren Worte Koschyks. Ri Jong Hjok spricht fließend Deutsch und war jahrelang im diplomatischen Dienst tätig. Er sei sehr zuversichtlich, dass die gegenwärtige Krise zu lösen sei, so Ri Jong Hjok. Der erfahrene koreanische Funktionär gab MdB Koschyk zu verstehen, dass die gegenwärtigen Vorfälle sich allein auf das Verhältnis Nordkoreas zu den USA bezögen. Ri Jong Hjok ist in Nordkorea kein einflussloser Mann. In wichtiger Funktion leitet er das so genannte Asien-Pazifik-Komitee, das sowohl für die Beziehungen zu Südkorea als auch für die Kontakte zu Japan und den USA zuständig ist. Ri Jong Hjok machte auch deutlich, dass Nordkorea durchaus kein Interesse daran habe, komplett in die Isolation zu geraten. Er sei dankbar dafür, dass überhaupt Gespräche stattfänden, sagte er.Koschyk forderte Nordkorea entschieden auf, seine Nuklearwaffen- und Raketenprogramme sofort einzustellen und weitere Tests zu unterlassen. Die Nichtverbreitung von Atomwaffen müsse von der gesamten Staatengemeinschaft unterstützt werden. Pjöngjang müsse unverzüglich an den Verhandlungstisch der von der Volksrepublik China initiierten 6-Parteien-Gespräche mit dem Ziel einer nuklearwaffenfreien koreanischen Halbinsel zurückkehren. Koschyk unterstrich, dass Nordkorea seine Interessen nicht durch einen radikalen Alleingang, sondern nur auf dem Weg des Dialogs mit der internationalen Staatengemeinschaft vertreten könne.Die Verletzung internationalen Rechts durch Nordkorea sei in keiner Weise hinnehmbar, betonte Koschyk. Die Führung Nordkoreas müsse ihren Konfrontationskurs gegenüber der internationalen Gemeinschaft aufgeben. Eine entschlossene Reaktion des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen sei nunmehr unausweichlich. Deutschland, so Koschyk, werde alle Bemühungen nach Kräften unterstützen, die zu einer friedlichen Lösung der angespannten Situation und zur Sicherung von Frieden und Stabilität in Nordostasien beitragen.Im Rahmen ihres Programms führt die Delegation zudem Gespräche mit den Vertretern der politischen Stiftungen (Konrad-Adenauer-Stiftung, Friedrich-Ebert-Stiftung, Friedrich-Naumann-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung) sowie Vertretern des Goethe-Instituts in Berlin.



