Einladung zum Vortrag "Ursprung und die Entstehung der Hauptstadt Seoul"

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Prof. Dr.-Ing. Sunkoo Lee, Soong Sil University/ School of Architecture, Seoul/Korea hält am 24. November um 17:00 Uhr einen Vortrag zum Thema "Ursprung und die Entstehung der Hauptstadt Seoul - Die verdeckte Spur hinter dem scheinbaren Chaos" im Architekturgebäude der TU Berlin, am Ernst-Reuter-Platz im Raum A 111.

 

Historische Landschaft von Seoul

Mit der Hauptstadtgruendung im Jahre 1394 durch den Koenig Taejo hat die StadtSeoul ihre Gestaltung genommen.Zwei   grundlegende   Prinzipien   der   Hauptstadtplanung   waren:   die   Philosophie   des Neo-Konfuzianismus  als  staatstragende Ideologie der Yi-Dynastie und der Gedankevon "Pungsu" oder "Fungsui".  Nach den Ueberlegungen der konfuzianistischen Ritualen war die Platzwahl von koeniglichen Residenz, dem Kyongbok Palast, an der ersten Reihe der stadtplanerischen Entscheidung."Auf der linken Seite des koeniglichen Palastes wurde der Tempel der koeniglichen Ahnen, Chongmyo, plaziert. Der Schrein fuer die Schuetzgoetter fuer Landwirtschaft und Getreide indes auf der rechten Seite des Palastes.Die Hauptfunktionen der Verwaltung wurden vor dem Kyeongbokpalast gelegt, der den Kopfteil der nord-suedlichen Strassenachse bildete. Kwanghwamun wurde das zeremonielle Tor auf dem Nordende der nord-suedlichen Strassenachse des heutigen Sejong-ro Boulevards.Waehrend des spaeteren 16. und 17. Jahrhunderts, der Invasion der japanischen und mongolischen Armee wurde das Land und die Hauptstadt im grossen Umfang verwuestet. Im 18.Jahrhundert gewann Seoul wieder den wirtschaftlichen Aufschwung: Hanyang,1 die damalige Benennung der Hauptstadt, wurde vergroessert sowohl im Gebiet als auch in der Bevoelkerungszahl. Im spaeteren 19. Jahrhundert wurde der Kyeongbok-Palast, der waehrend der japanischen Invasion niederbrannt wurde, wiederaufgebaut und das Areal um Kwanghwamun restauriert. Das zweites Planungsprinzip von Hauptstadt war, wie bereits erwaehnt, der Gedanke von "Pungsu/Fungshui". Der Name Hanyang bedeutet den sonnenscheingefuellten suedlichen Berghang von dem noerdlichen Berg Buk/aksan. Nach Pungsulehre nimmt die Stadt Seoul ihren Platz im Tal, der durch eine Reihe von Bergketten  umgeschlossen ist. „Der  noerdliche  Berg  Buk/ak  bildet  den  Hauptberg;   Namsan  das suedliche  Pendant;Oestlich von Bukak ist Naksanberg, "der linke blaue Drache", westlich von Bukak Inwangberg, "der rechte weisse Tiger".Was die Gewaesser angeht, bildet Cheonggyecheon, der durch das Zentrum des Stadttales fliesst, den "inneren glueckhaften Strom", waehrend der Fluss Han den"aeusseren  Myeongdangsu".  Die  dialektischen Beziehungen  zwischen  den - Fluessenund    den    Gebirgen    in    Seoul    boten    das    Negativum    und    das    Positivum    desplanungsgedankens dar.   Die Hauptstadt Hanyang war so zu sagen das Emblem und die Verwirklichung der oekologischen und hierarchischen Weltanschauung des mittelalterlichen Koreas. Das oben erwaehnte Stadtbild von Seoul blieb im grossen Zuegen unveraendert bis zum Beginn des 20. Jahrhundertes, bis Seoul nicht nur ihre physikalische Gestalt, sondern  auch die Stadtidee gruendlich veraenderte. 

Die Umwandlung der urbanen Struktur von Seoul    

Mit dem Beginn des 15. Jahrhunderts erreichte Seoul die Bevoelkerungszahl von 109,372 und eine Flaeche von 16.5 km2.Die Hauptstadttoren der gewallten Stadt waren jeweils auf dem westlichen und oestlichen Ende der Stadtmauer; "Jongno", die wichtigste Stadtstrasse, lief entlang der Ost-West Stadtachse. Wie die Wasserstroeme, die vom Norden zum Sueden zum Cheongkyefluss liefen, muendeten die Seitenstrassen in die Hauptstrasse Jongno ein. Waehrend das Koenigshaus und die Residenzen der Gelehrten/Aristokraten das Gebiet des noerdlichen Teils des Jongnos, ("Bukchon") bewohnten, formte das suedliche Gebiet das Areal fuers Wohnen "und Arbeiten fuer die breite Masse der Bevoelkerung.Mit dem Beginn des 18. Jahrhunderts schwollen die Handelsaktivitaeten innerhalb der Stadtmauer ueber die Stadtgrenze ins umliegende Land; die verbindenden Strassen mit Umland wandelten allmaehlich zu den Hauptverkehrsadern- derHauptstadt. Im spaeteren 19.Jahrhundert vollzog die naechste Phase der urbanen Transformationder Hauptstadt als Korea  sein Tor zur Aussenwelt oeffnete.  Im Jahre   1900 wurdeff die  Eisenbahnlinie   zwischen  Seoul  und  Inchon , die Stadt des heutigen internationalen Flughafens, gelegt;   die  erste  moderne  Brueckespannte ueber den Hanfluss ueber. Im Jahre 1914 verlor die Stadtmauer ihre Bedeutung, da die Strassenbahnlinie das zentrale Areal um Kyongbokp_alast_ ueber die Namdaemuntor, und Hauptbahnhof mit dem Gebiet des suedlichen Hanflusses  verband.Mit der Einfuehrung des ersten Stadtplanungsgesetzes im Jahre 1934 wurde die Stadtgrenze weitaus verbreitet: Jongno wurde das Zentrum der Politik und das Regierungsviertel; Jungku wurde das Kommerzzentrum der Stadt; Yongsan wurde der Ort des Militaers, der bis heute dieseTradition fortsetzt.

Seoul als Metropolis  

Das schnelle Wachstum Seouls geschah erst nach dem Koreakrieg in den fuenfzigen Jahren des vergangenen Jahrhundertes. Die Bevoelkerung von Seoul,  vor  1945 von 900.000,  erreichte  1.4 Mio.  im Jahre   1955,   5   Mio.   in   70er  Jahren,   10   Mio.   in   1988.   Im  Jahre   2010   wird  dieBevoelkerungszahl  von  Seoul  und  den     umliegenden  Gebieten   25  Mio.   erreichen. Das Einzugsgebiet fuer Pendler hat ein Radius von 50 bis 60 km.Waehrend der 80'er Jahre wurden 5 New Towns um die Aussenbezirken von Seouleinschliesslich     Bundang     und     Ilsan     gegruendet,     um     die     akut     werdendenWohnungsmarktverhaeltnisse zu lindern. Zurzeit   nimmmt    Seoul    45    %    der    gesamten    Landesbevoelkerung von 47 Mio.,    55    %    der Warenproduktion,   95   %   der   100   wichtigsten   Betriebshauptquartieren,   60   %   des finanziellen Umschlages. 

Text: Prof. Lee, Sun-Koo