Ein Grund zum Feiern
Die weiß gedeckten Tische sind mit leuchtend gelben Servierten und kleinen Blumenvasen geschmückt. An einer Seite des Saales wird das Büffet vorbereitet: Einige junge Leute bringen Platten mit Kimbap, gebratenem Fisch, Gemüsepfannkuchen und anderen Gerichten herein. Andere probieren die Zapfanlage am Eingang aus. Neben der Bühne testen Herr Park und Herr Kühn das Keyboard und die Musikanlage. Das Fest zum zehnjährigen Bestehen des NRW Regionalverbandes der Deutsch-Koreanischen Gesellschaft (DKG) im Dorfsaal von Swisttal-Odendorf kann beginnen.
Das Hauptanliegen der DKG, die Harmonie in deutsch-koreanischen Beziehungen, zeigt sich an diesem 25. August 2007. Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des NRW Regionalverbandes und Vizepräsidentin der DKG, Frau Soun-Kyong Beck, lässt es sich der Generalkonsul der Außenstelle der Koreanischen Botschaft in Bonn, Herr Sun-Hong Son, nicht nehmen, dem Regionalverband zum zehnjährigen Bestehen zu gratulieren, obwohl er erst seit drei Tagen im Amt ist. Dies zeigt einmal mehr die gute Zusammenarbeit zwischen der Außenstelle der Botschaft in Bonn und dem Regionalverband NRW. Anschließend teilt Herr Marius Müller, Vizepräsident der DKG, mit, er wolle die Zuhörer durch eine lange und schwierige Rede vom schönen Sonnenwetter abhalten. Dies gelingt nicht! Sein Bericht über die Geschichte des Regionalverbandes NRW ist zu kurzweilig und humorvoll. Teilweise ernst und humorvoll sind auch die koreanischen und deutschen Lieder, die der Regenbogen-Chor Bonn unter Leitung von Herrn Jong-Dal Park zu Gehör bringt. Denn Lieder dürfen bei einem Fest der DKG nicht fehlen.

Nach diesen Genüssen für Kopf und Herz kommen die kulinarischen. Beim Anstehen am Buffet und beim Abendessen bieten sich viele Gelegenheiten mit Bekannten und bislang noch Unbekannten ins Gespräch zu kommen.
Die Gespräche sind lebhaft und schon wieder kann man Lieder hören, diesmal Popmusik vom Jugendchor der Internationalen Senfkorn Musikfreunde (ISMF) unter Leitung von Frau Gloria J. Chrustowski.
Doch
plötzlich hört man Töne traditioneller koreanischer Musik. „Der Tag, an dem die Oma kommt“ steht auf dem Programm. Jeong-Soon Baek und Marius Müller stellen humorvoll das Zusammentreffen koreanischer und deutscher Kultur mit allen Vorteilen und vielleicht auch Vorurteilen dar. Herrn Müller kommen dabei neben Erinnerungen an seine Zeit in Korea und koreanischen Sprachkenntnissen auch sein rheinischer Humor zu Gute, denn die gewitzte Oma ist „mit allen Wassern gewaschen“, um im „Land der Geizhälse“ Tongeschirr aus der Koryo-Zeit gegen eine Miele-Waschmaschine einzutauschen.
Mit Trompetenmusik von Herrn Song-Sun Park, der alle zum Tanz auffordert, endet der Abend für die Gäste. Die Veranstalter bleiben noch eine Weile, um gemeinsam aufzuräumen. Hier ist besonders der Einsatz der jungen Leute zu erwähnen, die zusammen mit Eltern und Bekannten schon am Vortag Tische und Stühle aufstellten und alles vorbereiteten. Beim Auseinandergehen ist man sich einig: solch’ ein Abend muss wiederholt werden.



