Wiedervereinigungsbeamte Koreas tagen an der Botschaft der Republik Korea

in Veranstaltungen
Thema der Tagung: „Perspektive und Nordkorea-Politik der „Lee, Myung-Bak- Regierung“ 

            

Referent:

 

-         Dr. Kim, Youngyun (Institut für nationale Wiedervereinigung)

 

Teilnehmer:

 

-         Cho, Youngnam (zweiter Staatssekretär, Büro für Dialoge zwischen Süd- und Nordkorea)  

-         Kim, Jeongno (erster Sekretär, Abteilungsleiter für internationale Zusammenarbeit)

-         Prof. Manfred Wilke (FU Berlin)  

-         Herr Markus Tidten und Herr Günther Hilpert (Stiftung Wissenschaft und Politik)

-         Dr. Werner Pfennig (FU Berlin)  

-         Dr. Hans Maretzki (Ehemaliger Botschafter in Nordkorea) 

Herr Jo, Youngnam, zweiter Staatssekretär im Büro für Dialoge zwischen Süd- und Nordkorea, hielt das Grußwort. Anschließend berichtete Dr. Kim, Youngyun über die politische Lage der koreanischen Halbinsel. Seit Antritt der neuen Lee, Myung-Bak Regierung (seit 9 Monaten im Amt) hat deren Nordkorea-Politk zu einer Abkühlung zwischen der Süd- und Nordkorea Beziehung geführt.

 

 

Präsident Lee betreibt die Nordkorea-Politik mit sogenannter „Give and take“ Priorität. Nordkorea erhält keine Unterstützungen, solang sie nicht auf die Forderungen Südkoreas eingehen. Nordkorea hat daraufhin die Gespräche mit Südkorea unterbrochen. Gegenwärtig werden dennoch weiterhin Hilf- und Unterstützungsleistungen auf ziviler Ebene geleistet, obwohl keine offiziellen Gespräche mehr stattfinden.

 

Dr. Kim analysierte folgende Erfolgsfaktoren der deutschen Wiedervereinigung:

-         die Ost-Politik von Willy Brand

 -         der Abzug der sowjetischen Truppen aus Ostdeutschland im Jahr 1989

-         Initiation der Ostdeutschen zur Wiedervereinigung Deutschlands 

Dr. Kim stellte daraufhin die Frage, warum es in Nordkorea bis jetzt noch zu keinen Demonstrationen kam und versuchte sogleich eine eigene Antwort zu geben.

Als einen wichtigen Unterschied zwischen Nordkorea und der DDR nannte Dr. Kim, dass die Ostdeutschen die Möglichkeiten hatten, sich über Westdeutschland und die Außenwelt zu informieren. So wurden Initiativen ergreifen, die für Wiedervereinigung Deutschlands förderlich waren. Im Gegensatz dazu haben die Nordkoreaner aufgrund strengerer Kontrollen der nordkoreanischen Regierung keinerlei Möglichkeiten, sich über die Außenwelt zu informieren. Selbst Hungersnöte führen nicht zu einer Demonstration. 

Dr. Kim betonte, dass ein weiterer Dialog zwischen Süd- und Nordkorea erforderlich ist und Kooperationsprozesse besonders in wirtschaftlichen- und gesellschaftlichen Bereichen fortgesetzt werden müssen. Positiv erwähnte Dr. Kim das Gae-Sung-Gong-Dan Projekt, in dem 80 verschiedene südkoreanische Unternehmen mit ca. 33000 nordkoreanischen Arbeitern vertreten sind. Im letzten Jahr haben ca. 340000 Südkoreaner das Kum-Gang-Gebirge besucht und 160000 Südkoreaner konnten Nordkorea aus geschäftlichem Zweck besuchen.In diesem Jahr stieg die Besucherzahl der Südkoreaner in dem Kum-Gang Gebirge um 30% (ca. 120000). Die Meisten fliegen über China, einige durften aber auch über den direkten Landesweg nach Nordkorea einreisen.

Des Weiteren wurde die Familienzusammenführung aktiv unterstützt, wobei in diesem Jahr sämtliche Treffen unterbrochen wurden.

Die Wiedervereinigung beider Koreas muss zuerst auf ziviler Ebene und dann erst auf politische Ebene erzielt werden.

Wichtig ist es, durch eine „scheinbare Wiedervereinigung“ (z.B. Besuch im Kum-Gang Gebirge) eine angenehme und versöhnte Atmosphäre zu schaffen, um dadurch den Kollaps einer Wiedervereinigung zu verhindern.